Hast du das Gemecker über das Essen auch satt? Du gibst dir so viel Mühe, deinem Kind nährstoffreiche und gesunde Mahlzeiten anzubieten – und trotzdem wird es abgelehnt? Vielleicht bist du in eine Spirale geraten, in der das Essen zu einem Machtkampf geworden ist. Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Zeilen einen Weg zu mehr Leichtigkeit, Entspannung und Freude an gemeinsamen Mahlzeiten eröffnen kann.
Zunächst einmal: Wie wundervoll, dass dir die Gesundheit und das Wohlergehen deines Kindes so am Herzen liegen! Du möchtest deiner Verantwortung gerecht werden und ihm gesunde Lebensmittel zur Verfügung stellen. Das ist absolut richtig. Gleichzeitig kann dieser Anspruch inneren Druck und Anspannung in dir erzeugen – und diesen unbewusst auf dein Kind übertragen.
Wenn Druck auf Essen trifft
Sobald wir auf unser Kind Druck ausüben, löst dies instinktiv Gegenwillen aus. Es weigert sich umso mehr, das zu essen, was wir für es vorgesehen haben. Das kann zu zwei Verhaltensweisen führen.
1. Eltern flehen ihr Kind an:
„Bitte iss doch dieses Gemüse, es macht dich stark! Damit kannst du viel besser Fußball spielen!“
In diesem Moment passieren folgende Dinge:
- Das Bedürfnis des Kindes zu essen wird zu unserem Bedürfnis. Wir vermitteln: „Ich brauche es so sehr, dass du etwas isst, sonst mache ich mir Sorgen.“ Doch eigentlich sollte das natürliche Bedürfnis beim Kind liegen – es spürt Hunger und möchte dann von sich aus essen.
- Wir geben die Führung ab. Durch unser Betteln begeben wir uns in die untergeordnete Position und überlassen unserem Kind die Kontrolle. Doch auch am Esstisch sollten wir als Eltern die liebevolle Führung übernehmen – schließlich tragen wir die Verantwortung für unsere eigene Ernährung sowie die unserer Kinder.
2. Eltern reagieren verärgert, schimpfen das Kind oder drohen sogar mit Strafen.
Wie gelingt es, ohne Zwang die Führung zu behalten?
Ich ermutige dich dazu, innerlich loszulassen.
- Komm stattdessen ins Vertrauen. Dein Kind wird essen, weil es Hunger hat – und es wird die Nährstoffe bekommen, die es braucht.
- Übernimm Verantwortung. Entscheide du, welche Lebensmittel eingekauft und auf den Tisch gestellt werden – und in welcher Menge.
- Zeige Empathie. Wenn dein Kind weint, weil es keinen Schokoaufstrich gibt, dann spiegle gerne seine Gefühle, indem du z.B. sagst: „ Oh man, das ärgert dich jetzt, oder? Du hättest einfach so gerne den Schokoaufstrich.“ Gleichzeitig kannst du trotzdem bei deinem Standpunkt bleiben. Deine Führung kann liebevoll sein, ohne nachzugeben.
Diese Herangehensweise bringt Entspannung in dich – und diese überträgt sich nach und nach auf dein Kind. Wenn dein Kind ein Bedürfnis nach Selbstbestimmung zeigt, dann ermögliche ihm, von den angebotenen Lebensmitteln selbst auszuwählen, was es essen möchte und was nicht. Das nimmt enormen Druck heraus, reduziert Konflikte und stärkt eure Beziehung.
Vertrauen statt Kontrolle
Je mehr dein Kind spürt, dass du in deiner Haltung sicher bist und gleichzeitig Raum hat, seine Abneigungen zu äußern, während du ihm Empathie schenkst, desto entspannter werden eure gemeinsamen Mahlzeiten. Statt Ärger und Machtkämpfen entsteht eine Atmosphäre der Verbindung. Dein Kind fühlt sich gesehen, und du kannst gleichzeitig deine Verantwortung als Elternteil wahrnehmen.
Erkenne die Kompetenzen deines Kindes an
- Dein Kind weiß selbst, wann es Hunger hat und wann es satt ist.
- Dein Kind darf Lebensmittel eklig finden – das ändert sich mit der Zeit oft von selbst.
- Du kannst es sanft ermutigen, immer wieder Neues zu probieren – aber ohne Zwang.
Essen darf Spaß machen!
Bringe bewusst Freude ins Thema Essen – es soll genussvoll und lustvoll sein! Hier ein paar Ideen:
- Lass dein Kind beim Einkaufen helfen – so steigt das Interesse an Lebensmitteln.
- Binde es in die Zubereitung mit ein – das macht stolz und neugierig.
- Probiert spielerische Verkostungen aus – z. B. eine Käseprobe mit verbundenen Augen.
- Bau gemeinsam mit deinem Kind Gemüse an – lass dein Kind entscheiden, welche Sorte es selbst anpflanzen möchte.
Fazit: Entspanntes Essen beginnt bei uns Eltern
Wenn wir uns entspannte Mahlzeiten mit unserem Kind wünschen, ist es entscheidend, dass wir selbst entspannt sind. Indem du mit einer klaren, liebevollen Haltung führst und deinem Kind gleichzeitig die Freiheit gibst, selbst zu entscheiden, was es essen möchte, wirst du sehen, wie die Atmosphäre am Esstisch positiv verändert wird.
Vertraue auf dich, vertraue auf dein Kind. So wird das gemeinsame Essen zu einer genussvollen und stressfreien Zeit.
Ein wichtiger Hinweis!
Falls du dir Sorgen um die Nährstoffversorgung oder das Gewicht/Wachstum deines Kindes machst, suche bitte einen Arzt auf und kläre dies medizinisch ab. Ich übernehme keine Haftung für die Tipps in diesem Artikel – die Verantwortung liegt allein bei den Eltern, was für ihr Kind wichtig und richtig ist.
Brauchst du individuelle Unterstützung?
Wenn du trotz all dieser Impulse merkst, dass das Thema Essen bei euch weiterhin schwierig ist, melde dich gerne bei mir. In einem persönlichen Gespräch (via Zoom) schauen wir uns eure Situation im Detail an, damit ich dir individuell weiterhelfen kann.
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